Verlegeanleitung für
Vorwerk Tufting Teppichböden



Welche Rückenausstattung hat mein Teppichboden:

Vorwerk texback® super: Beigefarbener Vliesrücken.
Vorwerk texback® contract: Beigefarbene Gitterstruktur.
ecoback: Graues, voluminöses Vlies.
comfortback 500: Graues, verdichtetes, voluminöses Vlies.
Jute-Rücken: Beigefarbene, grobe Gitterstruktur.
Unter Nennung der Vorwerk Auftragsnummer können Sie bei uns auch die Rückenvariante des  Ihnen vorliegenden Vorwerk Teppichbodens erfragen. • Deutschland Tel. 01805 - 600 753

Prüfpflicht
Vor dem Verlegen ist die Ware auf Maßgenauigkeit in Länge und Breite, Farbausfall und Fehlerfreiheit zu kontrollieren. Nach begonnener Verlegung sowie erfolgtem Zuschnitt der gelieferten Ware ist die Beanstandung offener Mängel ausgeschlossen.

Vorbereitung
Die Teppichbahnen sind vor Verlegung dem Raumklima anzupassen (Akklimatisierung). Die Teppichbahnen innerhalb einer in sich geschlossenen Raumeinheit müssen richtungsgleich gelegt werden und aus einer Charge stammen. Dabei ist auf die Fabrikationsfolge zu achten. Die Fabrikationsfolge kann neben den Rollenpapieren auf dem Rückendruck nachvollzogen werden. Jede Charge beginnt mit 0 Meter, alle 2 Meter erfolgt ein Aufdruck der aktuellen Chargen /Rollenlänge auf dem Rücken. Die Beachtung dieser Längenangaben ist besonders wichtig im  Hinblick auf Farb- sowie Musterverlauf der Charge. Die Fabrikationskanten müssen vor Verlegung grundsätzlich beschnitten werden. Es werden  nur Fabrikationskanten aneinander gelegt. Dieses gilt besonders für Ansatzstücke sowie Restbahnen. Linear verlaufende Schlingenqualitäten sind  grundsätzlich mit einem geeigneten Nahtschneider einzeln zwischen den Polnoppenreihen (in der Florgasse) zu beschneiden. Vor Beginn der Verklebung sind die Bahnen auf Farbgleichheit zu prüfen.

Untergrundeigenschaften/Vorbehandlungen
Bitte beachten Sie im Vorfeld, dass im Inland der Unterboden nach ATV/DIN 18365 VOB Teil C „Bodenbelagsarbeiten“ sowie gemäß den jeweiligen Aufbauempfehlungen der Werkstofflieferanten vorbereitet wird. Die zu belegenden Flächen müssen fest, eben, staubfrei sowie frei von  Rissen sein. Sie müssen den geltenden Baunormen und Vorschriften bei Beachtung der Regeln des Fachs sowie den jeweils gültigen TKB- Merkblättern entsprechen. Im Ausland gelten die jeweiligen Bestimmungen des betreffenden Landes.

Verarbeitungstemperaturen/Klimatisierung
Die Mindestanforderungen an das Raumklima müssen während der Verlegung beachtet werden. Die Raumtemperatur muss mindestens 18 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von maximal 65 % betragen. Die Oberflächentemperatur des zu belegenden Untergrundes darf 15 °C nicht  unterschreiten.

Verlegewerkstoffe
Um Reklamationen aufgrund von Geruchsbeanstandungen sowie gesundheitliche Risiken zu vermeiden, ist es wichtig, dass das gesamte Unterbodensystem, also Grundierung, Spachtelmasse und Dispersionskleber, EC 1 entspricht und aus einem System stammt. Daher sollten sehr  emissionsarme Verlegewerkstoffe eingesetzt werden. Diese müssen den Anforderungen und Kriterien der Gemeinschaft umweltfreundlicher  Teppichböden e.V. (G.u.T.) sowie der Gemeinschaft Emissionskontrollierter Verlegewerkstoffe e.V. (GEV) entsprechen und nach EMICODE  EC1/EC1Plus gekennzeichnet sein. Ebenso können alle Verlegewerkstoffe, welche mit dem Signet „Der Blaue Engel“ ausgelobt sind, eingesetzt  werden.

Die Verlegung von Flächen
Für Verlegungen in der Fläche können grundsätzlich alle von Vorwerk angebotenen Rückenausstattungen mit für Textilbeläge vorgesehenen Dispersionsklebstoffen verlegt werden, die eine EMICODE EC1/EC1Plus Einstufung oder aber den „Blauen Engel“ aufweisen. Alternativ zur  Verlegung mit Dispersionsklebstoffen ist auch der Einsatz von Trockenklebstoffen unter Beachtung des TKB-Merkblatts 12 möglich. Bei beheizten Fußbodenkonstruktionen sind nur dafür geeignete Dispersionsklebstoffe einzusetzen.

Die Verlegung von Treppenstufen
Für die Verlegung auf Treppen werden im Markt verschiedene Systeme angeboten. Diese reichen von Dispersions-Kontaktklebstoffen,  Schmelzklebern und Trockenklebstoffen bis hin zu Sprüh-Kontaktklebersystemen. Für den Einsatz dieser Systeme können wir keine  Gewährleistung auf Grund der vielfachen unterschiedlichen Einflussfaktoren übernehmen. Bei Einsatz dieser Systeme sind vorhergehende  Eigenversuche daher unerlässlich. Als besonders geeignet hat sich in der jüngsten Vergangenheit ein Dispersions-Kontaktklebstoff der Firma UZIN herausgestellt (UZIN WK 222 ). Somit ist der Einsatz von lösemittelhaltigen Klebstoffen nicht mehr zwingend notwendig.

Achtung!
Sollten dennoch lösemittelhaltige Kontaktklebstoffe zum Einsatz kommen, ist zu berücksichtigen, daß solche Klebstoffe Gefahrstoffe (Lösungsmittel) enthalten. Hier sind besonders die Ablüftzeiten zu beachten, sowie für eine ausreichende Belüftung der Räumlichkeiten zu sorgen. Es sind die Verarbeitungsanleitung und Gewährleistungen der Klebstoffhersteller zu berücksichtigen. Grundsätzlich muss die  Polstrichlage auf einer Treppe immer von oben nach unten verlaufen.

1.1. Verlegung von texback® contract
1.1.1 Dispersionsklebstoffe: Bei der Auswahl des Klebstoffes sollte bei gemusterten Qualitäten zusätzlich auf die Möglichkeit der eventuell erforderlichen Rapportierbarkeit des Belages im Klebstoffbett geachtet werden. Bei Verarbeitung auf nicht bzw. schwach saugenden Untergründen ist eine ausreichende Ablüftzeit nach Herstellerangaben einzuhalten.
1.1.2 Trockenklebstoffe: Hier ist der Einsatz nur bei Uni-Qualitäten beziehungsweise rapportfreien Musterungen zu empfehlen, da hier eine eventuell erforderliche Musterkorrektur nur bedingt möglich ist.

1.2. Verlegung von texback® super, ecoback, comfortback 500 und Jute-Rücken
1.2.1. Dispersionsklebstoffe: Bei der Verklebung dieser Rückenausstattungen mit Dispersionsklebstoffen ist unbedingt auf die Einhaltung der  Herstellerangaben zu achten. Dazu zählen die Auftragsmenge, Zahnspachtelgröße (z. B. B1, B2, A2), Ablüftzeit sowie das gewissenhafte Anreiben  der gesamten Fläche nach Einlegen des Belages in das Klebstoffbett. Diese Faktoren sind unter anderem besonders wichtig für eine spätere  Wiederaufnahme des Belages. 1.2.2. Universalfixierung: Bei der Verlegung von texback® super, ecoback und comfortback 500 mit einer  Universalfixierung gilt ebenfalls das genaue Einhalten der Klebstoff- Herstellerempfehlungen, insbesondere die Einhaltung der erforderlichen  Ablüftzeiten, besonders bei nicht saugenden Untergründen, sowie das anschließende gewissenhafte Anreiben des Belages. Ausnahmen hiervon  sind Nahtverlegungen von geometrischen Designs. In diesem Fall ist eine Verklebung mit Dispersionsklebstoff zu empfehlen, da eventuell notwendige Musterkorrekturen nur bedingt möglich sind. 1.2.3. Haft-/Kontaktklebstoffe: Eine weitere Möglichkeit zur Verlegung bilden die von verschiedenen Klebstoffherstellern angebotenen, speziell auf Vliesrücken eingestellten Haft-/ Kontaktklebstoffe. Der Auftrag des Klebstoffes  erfolgt in der Regel mittels einer kurzflorigen Walze.Diese Klebstoffe lassen sich in der Regel sehr leicht verarbeiten und eignen sich besonders  zur späteren einfachen und unproblematischen Wiederaufnahme der verlegten Beläge. Unsere Rückenvarianten texback® super, ecoback und comfortback 500 sind für diese Verlegevariante geeignet. Ausnahmen hiervon sind Nahtverlegungen von geometrischen Designs. In diesem Fall  ist eine Verklebung mit Dispersionsklebstoff zu empfehlen, da eventuell notwendige Musterkorrekturen nur bedingt möglich sind.  Bei dieser  Verlegemethode ist unbedingt auf die Einhaltung der jeweiligen Herstellerangaben zu achten. Dazu zählen die Auftragsmenge, Ablüft-/ Trocknungszeit sowie das gewissenhafte Anreiben der gesamten Fläche nach Einlegen des Belages ins Klebstoffbett. Je nach Saugfähigkeit des  Unterbodens kann ein erhöhter Klebstoffauftrag erforderlich werden. Unter Umständen ist es notwendig, die Flächen vor dem Klebstoffauftrag  entsprechend zu grundieren.

2. Elastische Unterlagen
Bei der Vielzahl der am Markt angebotenen Qualitäten können wir keine allgemeingültige Gewährleistung für die zugesicherten Eigenschaften  unserer Produkte übernehmen. Wir müssen darauf hinweisen, dass die zugesicherten Eigenschaftendes Brandverhaltens bei einer Verlegung auf  einer Unterlage immer ihre Gültigkeit verlieren, da die Unterlage nicht Gegenstand der Brandprüfung war.

3. Verspanntechnik
Eine fachgerechte Verspannung mit professionellem Werkzeug ist mit den Vorwerk Rückenausstattungen texback® super und ecoback nur bei einer Verlegung ohne Nähte innerhalb einer abgeschlossenen Raumeinheit möglich, da unter der notwendigen Spannung der  Vliesrücken im Bereich der konfektionierten Naht nachgibt. Dadurch kann sich die vorher dicht geschlossene Naht öffnen. Für die  Verspannung von texback contract gelten diesbezüglich keine Einschränkungen. Bei dem Verspannvorgang ist darauf zu achten, dass der Teppichboden nicht überdehnt wird. 3.1. Auswahl der Nagelleisten Bitte setzen Sie je nach Gesamtdicke des Teppichbodens die passenden  Nagelleisten mit den notwendigen Stiftlängen ein.

4. Konfektionieren der Teppichbahnen
Konfektionieren Sie die Nähte mit dem mit einer Wärmeschutzplatte ausgerüsteten Konfektioniereisen unter Verwendung eines hierfür  geeigneten Konfektionsbandes. Das Erstellen der Konfektionsnaht erfolgt immer in Polstrichrichtung.

5. Wiederaufnahme bei Renovierung
Empfohlene Vorgehensweise bei Verklebung mit Dispersionsklebstoff/ Universalfixierungen: Wenn bei der Verlegung auf die Ablüftzeiten  sowie die aufzutragenden Klebstoffmengen mit dem entsprechenden Zahnspachtel (z. B. B1, B2, A2) geachtet wurde, bleiben die  Klebstoffriefen nach Einlegen der Ware erhalten. Dieses ist wichtig für die spätere Wiederaufnahme, da diese Klebstoffriefen als Soll-Bruchstelle dienen. Wurde der Belag in das noch nasse Klebstoffbett verlegt, bleiben diese Riefen nicht erhalten. Es bildet sich stattdessen ein Film, der unter Umständen bei Wiederaufnahme des Teppichbodens nicht aufreißen kann. Die Trennung kann die Spachtelmasse oder  den Untergrund beschädigen, im ungünstigsten Fall im Rücken des Teppichbodens erfolgen.Bei Trennung im Teppichbodenrücken  empfehlen wir folgende Arbeitsschritte: 1. Den Teppichboden in ca. 30 cm breite Streifen schneiden. 2. Die gesamte Teppichbodenfläche mit durch Geschirrspülmittel entspanntem Wasser möglichst gleichmäßig befeuchten (z. B. mit einer Gießkanne) und mindestens 30 Min. einwirken lassen. (Im Extremfall kann die angefeuchtete Fläche mit einer Folie über Nacht abgedeckt werden, um den Klebstoff anzulösen). 3. Der Teppichboden kann dann deutlich leichter aufgenommen werden. Diese Vorgehensweise ist für Verklebungen mit lösungsmittelhaltigen Kontaktklebstoffen (Neoprene) nicht geeignet!

Änderungen vorbehalten, Stand Juli 2014